Träume von einem islamischen Orient: Arabisch-japanische Sichtweisen vom Beginn des 20. Jahrhunderts und ihre Verwurzelung in westlichen Diskursen
Doktorand: Dipl.-Reg.-Wiss. Ulrich Brandenburg, M. A.
Finanzierung: UFSP Asien und Europa
Geplante Projektdauer: September 2011 – Dezember 2013
Promotionskommission:
Prof. Dr. Bettina Dennerlein, Orientalisches Seminar/UFSP Asien und Europa
Forschungsfeld: Normen und Ordnungen
Abstract
Das Forschungsvorhaben untersucht für den Zeitraum von 1890-1915 die vor allem in der islamischen Presse verbreiteten Gerüchte und Spekulationen, Japan werde in Kürze den Islam als Staatsreligion annehmen bzw. in seiner Gänze zum Islam konvertieren.
In der bisherigen Forschungsliteratur wurden diese Spekulationen eher als Kuriosum erachtet und kaum in internationale Diskurse über die Rolle von Religion im modernen Staat und im Verhältnis der Staaten untereinander eingeordnet. Ziel des Projekts ist es daher, die Idee einer Islamisierung Japans durch ein Einordnen in ihren diskursiven Kontext als Teil eines grösseren gedanklichen Zusammenhanges zu erfassen, der sich nicht auf die islamische Welt, Japan oder den "Westen" beschränkte. Hierzu sollen Texte in arabischer, japanischer und in europäischen Sprachen herangezogen werden, die sich entweder direkt auf die Spekulationen beziehen oder die religiöse Situation in Japan oder das Verhältnis zwischen Religion (insbesondere dem Islam) und dem modernen Staat thematisieren.
