Pomp und Souveränität: Die Europareisen iranischer Schahs im Zeitalter des Hochimperialismus

Prof. Dr. David Motadel, London School of Economics
27. März 2017, 18:15–20:00
Raum RAA G 15, Rämistrasse 59, 8001 Zürich

Diskussion

28. März 2017, 10:15-12:00 Uhr, Asien-Orient-Institut, Raum ZUB 416, Zürichbergstrasse 4, 8032 Zürich

Nur für die Diskussion ist eine Anmeldung erforderlich bis 24. März 2017: ulrich.brandenburg@aoi.uzh.ch

Beschreibung

Der Vortrag befasst sich mit den Europareisen der iranischen Monarchen Nasir al-Din Schah (1873, 1878 und 1889) und Muzaffar al-Din Schah (1900, 1902 und 1905) im Zeitalter des Hochimperialismus. Beide Schahs wurden in europäischen Hauptstädten - in St. Petersburg, Berlin, Wien, Brüssel und Paris - mit dem damals bei Monarchenbegegnungen üblichen Zeremoniell empfangen. Der Vortrag geht unter anderem der Frage nach, wie die Monarchen ihr Land während der Staatsbesuche an den Höfen Europas repräsentierten. Er befasst sich dabei auch mit der weiter gefassten Frage der Beziehungen zwischen den europäischen und nicht-europäischen Herrschern im imperialen Zeitalter. Er wird zeigen, inwieweit Staatsbesuche aussereuropäischer Monarchen, die ständig um die Unabhängigkeit ihres Landes fürchten mussten, ein Instrument boten, sich auf der internationalen Bühne zu präsentieren und dadurch die dynamische Legitimität und die Souveränität des von ihnen repräsentierten Staates zu untermauern.