Rhetorik des japanischen Buddhismus

Post-Doc: Dr. Paulus Kaufmann

Abstract

Die japanologische Forschung hat sich in der Auseinandersetzung mit dem buddhistischen Schrifttum in Japan bislang auf die inhaltliche Interpretation und historisch-philologische Analyse der betreffenden Texte konzentriert. Bei dieser zweifellos notwendigen Art der Texterschliessung bleiben jedoch strukturale Aspekte im Hintergrund, die das Verständnis der Texte sinnvoll erweitern und ergänzen können. Eine Analyse dieser strukturalen Aspekte vermag interpretatorische Annahmen zu leiten, zu stützen oder auch zu korrigieren.

Insbesondere doktrinäre Texte wollen nicht einfach einen Inhalt darstellen, sondern Zustimmung zu diesem Inhalt erreichen. Daher ist die Erfassung der persuasiven Mittel ein wichtiger Bestandteil der Analyse solcher Texte. In unserem Projekt richten wir unseren Blick dabei auf die Gründungstexte von zwei der großen Schulen des japanischen Buddhismus: Kûkais Jûjûshinron und Hizôhôyaku sowie Dôgens Bendôwa, Fukanzazengi und Gakudôyôjinshû. Mein Beitrag am Projekt und zugleich mein Habilitationsvorhaben ist die Bearbeitung der genannten Texte Kûkais. Neben logisch-argumentativen Mitteln werden in unserem Projekt auch die rhetorischen und narrativen Strukturen dieser Texte untersucht. Die Analyse der Überzeugungsstrategien soll zum einen dazu beitragen, die betreffenden Texte besser zu verstehen. Zum anderen soll aber auch ein Instrumentarium entwickelt werden, dass die zukünftige Arbeit mit anderen Texten dieser reichen Tradition befördert.