Eparchie und Koinon in Kleinasien von der ausgehenden Republik bis ins 3. Jh. n. Chr.

Verantwortlich für das Dissertationsprojekt: Dr. Marco Vitale (Dissertation 2010)
Finanzierung: UFSP Asien und Europa
Projektdauer: März 2006 – Februar 2009
Betreuer: Prof. Dr. Christian Marek
Forschungsfeld: Verflechtungsgeschichten

 

 


Tyche (Schicksalsgöttin) mit Mauerkrone. Personifikation der Stadt Smyrna (heutiges Izmir)

 

Abstract

In unserem Untersuchungszeitraum (Ende 1. Jh. v. Chr. bis 284 n. Chr.) erscheint der kleinasiatische Boden als eine Vielfalt von Gebietsnamen. Nach Ausweis von Inschriften werden diese Gebiete als so genannte Provinciae (lat. ) bzw. Eparchiai (gr.) entweder alleine oder mehrere zusammen den römischen Statthaltern als Amtsbereiche zugewiesen. Dieselben Gebiete erscheinen auch in Laufbahninschriften von Finanzbeamten (Prokuratoren), jedoch in unterschiedlicher Zusammensetzung. Lassen sich diese Gebietsnamen territorial erfassen? Die kombinierte Lesung von literarischen, inschriftlichen und numismatischen Quellen ergibt, dass diese Eparchien aus der Einverleibung einheimischer Dynastengebiete in den römischen Provinzverband entstehen. Spätestens mit ihrer Provinzeinrichtung stimmen Eparchien in den meisten untersuchten Fällen territorial mit gleichnamigen Selbstverwaltungseinheiten überein, in Form von Städtebünden. In der bisherigen Forschung fehlt eine Regionen übergreifende Perspektive. Die systematische Untersuchung aller kleinasiatischen Gebiete aus dem Blickwinkel der administrativen Landeskunde hilft, territoriale Zusammenhänge aufzuzeigen zwischen römischer Verwaltung und regionaler Selbstverwaltung.